Dreiländermuseum Lörrach – Anregung für den Nahost-Friedensprozess?

29.03.2012

(Jerusalem/ Lörrach) Der Nahost-Friedensprozess befindet sich in einer äußerst kritischen Phase. Weil seit Jahren der Kontakt zwischen Palästinensern und Israelis immer schwieriger wird, suchen Friedensaktivisten nach neuen Wegen für eine Verständigung. Nun untersucht die Hebräische Universität Jerusalem, ob die grenzüberschreitenden Projekte des Museums in Lörrach zu einem Vorbild im Nahost-Friedensprozess werden könnten.

Dazu reiste Shlomo Hasson, Professor an der Hebräischen Universität und Leiter des dortigen Futura Instituts ins Dreiländereck und besuchte das Museum am Burghof. Neben der Besichtigung der ExpoTriRhena und der Beobachtung einer deutsch-französischen Jugendbegegnung im Museum ging es ihm vor allem darum, mehr über das Potential und Probleme bei den grenzüberschreitenden Projekten des Museums in den letzten 15 Jahren zu erfahrenen. Das Lörracher Museum ist mit seinem grenzüberschreitenden Profil das einzige seiner Art in Europa ist.

In intensiven Gesprächen mit Museumsleiter Markus Moehring suchte Prof. Hasson nach Möglichkeiten, die Lörracher Erfahrungen auf Jerusalem zu übertragen. Entstehen soll ein israelisch-palästinensisches Projekt, das auf palästinensischer Seite von  Rami Nasrallah betreut wird. Nach dem Vorbild der Dreiländer-Ausstellung ExpoTriRhena in Lörrach suchen sie nach Möglichkeiten, eine Ausstellung aufzubauen, die sowohl die palästinensische als auch die israelische Sicht  der jüngeren Geschichte beleuchtet. Wie in Lörrach soll die Ausstellung zweisprachig – hebräisch und arabisch – beschriftet werden und vor allem im gemeinsamen Dialog entwickelt werden. Vor diesem Hintergrund war für die Gäste aus Nahost auch die Weiterentwicklung des Museums am Burghof zum Dreiländermuseum Lörrach als Mittelpunkt von zwei großen Netzwerken von besonderem Interesse.

Da sich die israelische Regierung seit Jahren wenig dialogbereit zeigt, sind Prof. Hasson und Rami Nasrallah mit ihren jeweiligen Instituten davon überzeugt, dass der Nahost-Friedensprozess nur durch Druck aus der Bevölkerung weiterentwickelt werden kann. Dieser ist aber nur möglich, wenn es zu einem Abbau gegenseitiger Vorurteile kommt. „Wir sind tief beeindruckt davon, wie kreativ Sie genau dieses Ziel im Museum in Lörrach verfolgen. Wir möchten jetzt versuchen, ein ähnliches Projekt zwischen West- und Ostjerusalem auf den Weg zu bringen“, fasste Prof. Hasson seinen ersten Besuch in Lörrach zusammen. Er kündigte an, dass  man sich an der Hebräischen Universität in Jerusalem weiter mit dem Ausbau des Lörracher Museums beschäftigen wird.

  • Dreiländermuseum
  • Basler Straße 143
  • 79540 Lörrach
  • Téléphone: +49 7621 415-150
  • museum@loerrach.de
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