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1. Folge: „Abgeklebt und aufgespannt“

Erforderliche Maßnahme: Plattenabnahme


Aufgrund des vorliegenden Schadensbildes in der Malerei (blasenartige Schichtentrennung mit schüsselartig aufstehender Bildschicht) sowie der sich bereits von der Platte lösenden Leinwand wurde entschieden, das aufgeklebte Gemälde von der Presspanplatte abzunehmen. Durch diese Maßnahme erhält das Gemälde auch wieder seinen ursprünglichen Charakter als Leinwandgemälde.


1. Arbeitsschritt: Abkleben

Abb. 1 Abkleben der Malerei
Web-Dokumentation
Das Leinwandgemälde wird mechanisch von der Platte abgenommen. Dadurch sind Leinwand und Malerei einer großen Krafteinwirkung ausgesetzt. Um Beschädigungen an der Malerei zu vermeiden, wird die Gemäldeoberfläche „abgeklebt“: Japanpapierstücke werden mit Methylcellulose (wässriger Leim) auf die Oberfläche aufgebracht und sichern nach ihrer Trocknung die Malerei.




2. Arbeitsschritt: Abnahme des Gemäldes von der Platte

Abb. 2 Während der Abnahme von der Holzplatte
Web-Dokumentation
Die Leinwand hat sich an einigen Stellen bereits großflächig von der Platte gelöst, wodurch sich Lufttaschen gebildet haben.
Dieses Schadensbild lässt auf eine nur noch mäßige Haftung zwischen Gemälde und Platte schließen.
Der als Klebstoff verwendete Leim ist im Laufe der Zeit versprödet. Bei der Abnahme bestätigt sich die geringe Haftung. Sie trägt jedoch dazu bei, dass das Gemälde ohne Beschädigung mittels eines feinen Drahtes, der zwischen Leinwand und Holzplatte geschoben wird, abgelöst werden kann.

3. Arbeitsschritt: Temporäres Aufspannen auf einen Arbeitsrahmen

Abb. 3  Vier ca.18 cm breite Leinwandbahnen sind an der Gemälderückseite angesetzt
Web-Dokumentation
Die Leinwand eines Gemäldes reagiert auf Schwankungen der Luftfeuchtigkeit sensibel mit „Quellen und Schwinden“.
Die darauf liegende Malerei folgt diesen Bewegungen nicht und löst sich in der Folge von der Leinwand ab. Daher ist es notwendig, das von der Platte abgenommene Gemälde unter Spannung zu halten, damit die Leinwand nur in geringstem Maße reagiert und somit einer weiteren Schädigung der Malerei vorgebeugt werden kann. Da an diesem Gemälde kein Umspannrand mehr vorhanden ist, werden auf der Gemälderückseite an allen vier Seiten schmale Leinwandbahnen durch eine thermoplastische Haftverklebung angesetzt. Dabei liegt eine durch Wärmeeinwirkung aktivierte Kunstharzfolie (65 mü stark) zwischen den neuen Leinwandstücken und der Gemäldeleinwand. Vorteil dieser Haftverklebung ist ihre vollständige Reversibilität: Die Leinwandbahnen können rückstandsfrei wieder von der Gemälderückseite entfernt werden. An den neuen Leinwandbahnen wird das Gemälde für die weitere Bearbeitung auf einen Arbeitsrahmen aufgespannt. Abb.3 Vier ca.18 cm breite Leinwandbahnen sind an der Gemälderückseite angesetzt.


... und in der nächsten Folge sehen Sie „Wie der Heilige Trudpert seinen Glanz verliert“


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