Hier steckt
mehr drin, als
Sie denken!

3. Folge: „Von Scholle zu Scholle“

Erforderliche Maßnahme: Niederlegen und Fixieren loser Bild- und Malschichtschollen


Unbeständige klimatische Bedingungen am Aufbewahrungsort verursachen in der Bildschicht (Grundierung und Malschicht) von Gemälden als häufigstes Schadensbild eine sogenannte „Schichtentrennung“. Die Malschicht hebt sich dabei entweder gemeinsam mit der Grundierung vom textilen Bildträger (Leinwand) ab, oder sie trennt sich von der Grundierung und liegt anschließend nur noch lose auf dieser auf.

Bei dem Gemälde „St. Trudpert und sein Kloster“ wurden beide Arten der Schichtentrennung festgestellt. Im Laufe der Zeit haben sich einzelne Bildschichtschollen schüsselartig (konkav) aufgestellt, Malschichtschollen haben sich vereinzelt blasenartig (konvex) abgehoben.

Abb. 13 Aufstehende Bildschicht vor der Niederlegung, Fixierung und Firnisabnahme
Web-Dokumentation

 
Abb. 14: Die gleiche Stelle nach der Firnis- und Retuschenabnahme. Die aufstehenden Bildschichtschollen sind niedergeleg und fixiert.
Web-Dokumenation


1. Arbeitsschritt: Einbringen von Klebemittel


Um die Abhebungen wieder fixieren zu können, muss an den betroffenen Bildbereichen ein Klebemittel eingebracht werden. Da es sich bei dem Gemälde um wasserunlösliche Malerei handelt, wurde Glutinleim (Störleim) verwendet. Durch das Einbringen dieses wasserlöslichen Klebemittels werden nachfolgende Arbeitsgänge an dem Gemälde weder verhindert noch eingeschränkt.

Damit der Leim schnell und möglichst tief unter die lose aufliegenden Schollen fließen kann, wird zusätzlich ein Netzmittel eingebracht. Dieses setzt die Oberflächenspannung herab und verbessert so das Fließverhalten des Leimes. Wie auf Abb. 15 zu sehen ist, wird der Leim mit Hilfe eines kleinen Pinsels tropfenweise an die Schollenränder gegeben und kann so unter die abgelösten Bereiche fließen.


2. Arbeitsschritt: Niederlegen der Bild- und Malschichtschollen


Nachdem der Leim unter die losen Schollen gedrungen ist, wird die Oberfläche mit Hilfe eines Heizspachtels leicht erwärmt. Dadurch kann der eingebrachte Leim schnell trocknen und die Schollen werden gleichzeitig unter leichtem Druck niedergelegt. Zum Schutz der Malschicht dient als Zwischenlage eine weiche Silikonfolie (Abb. 16). Der eingebrachte Leim fixiert nun dauerhaft die zuvor lose aufliegenden Schollen.

Abb. 15 Einbringen des Klebemittels mit Hilfe eines kleinen Pinsels
Web-Dokumentation  

Abb. 16 Niederlegen der zu fixierenden Bildbereiche
Web-Dokumentation


... und in der nächste Folge gibt es „Neue Leinwand für das Gemälde“


Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass unsere Dienste Cookies verwenden. Mehr erfahren OK