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4. Folge: „Neue Leinwand für das Gemälde“

Erforderliche Maßnahme: Einsetzen von Leinwandintarsien


Abb. 17 Gemälde vor Beginn der Restaurierung mit großzügig ausgeführter Kittung und Retusche
Web-Dokumentation Der gesamte untere Bereich des Gemäldes „St. Trudpert und sein Kloster“ zeigte sich zu Beginn der Restaurierung uneben, großzügig retuschiert und übermalt (vgl. Abb. 17). Die Leinwand war an der linken Unterkante girlandenartig verformt und ausgerissen, wobei an einigen Stellen bis zu 0,5 cm des Gewebes fehlten. Das Gemälde hatte daher keine durchgehende abschließende Unterkante mehr.

Zudem wurde festgestellt, dass die gesamte Unterkante im Zuge der früheren Restaurierung (Aufbringen des Gemäldes auf eine Holzplatte) grob mit Kittmasse ausgefüllt und angrenzende Malerei dabei überkittet worden war. Die in Folge 2 beschriebene Abnahme von Firnis und Retuschen machte das ganze Ausmaß der gekitteten Bereiche sichtbar.

Um dem Gemälde wieder eine gerade Unterkante zu verleihen, wurde entschieden, die fehlenden Leinwandbereiche durch sogenannte „Leinwandintarsien“ zu ergänzen. Voraussetzung dafür war zum einen die Entfernung der alten Kittungen, die in Bezug auf das gesamte Gemälde ausführlich in Folge 5 beschrieben wird. Zum anderen musste das Gemälde zuvor auf einem neuen Träger fixiert werden, was in Folge 6 zu sehen ist.


1. Arbeitsschritt: Vorbereitung der Leinwandintarsien


Nach der Entfernung der alten Kittungen zeigen sich die girlandenartig verformten und ausgerissenen Stellen in der Leinwand besonders deutlich (Abb. 18). Zur Vorbereitung der Leinwandintarsien werden die ausgefransten Leinwandkanten des Gemäldes zuerst auf eine aufgelegte Folie durchgezeichnet. Mit dieser durchgepausten Kantenform als Vorlage werden die neuen Gewebestücke zurechtgeschnitten und können exakt auf Stoß an die beschädigten Gemäldekanten angesetzt werden (Abb. 19).

Abb. 18 Der untere Gemäldebereich nach Entfernung der Kittung mit ausgerissener und verformter Unterkante
Web-Dokumentation  

Abb. 19 Anpassen der zurechtgeschnittenen Leinwandintarsien
Web-Dokumentation
         


2. Arbeitsschritt: Einsetzen der Leinwandintarsien


Die angepassten Leinwandintarsien werden unter Wärmeeinwirkung mit Hilfe eines Heizspachtels auf dem neuen Träger fixiert (Abb. 20). Für die Haftung sorgt eine sehr dünne Kunstharzfolie, welche zwischen den Leinwandintarsien und dem neuen Träger liegt. Die neu eingesetzten Gewebestücke dienen im Folgenden der neuen Kittung als Träger.

Abb. 20 Die angesetzte Leinwand wird mit dem Träger verbunden                                                                   
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Abb. 21 Alle Leinwandintarsien sind fixiert - die Unterkante ist somit wieder einheitlich
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Und in der nächsten Folge heißt es: „Mit Spatel und Skalpell“!


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