Hier steckt
mehr drin, als
Sie denken!

6. Folge: „Noch mehr neue Leinwand“

Erforderliche Maßnahme: Doublierung des Gemäldes


Das Gemälde „St. Trudpert und sein Kloster“ wurde im Zuge früherer Restaurierungsmaßnahmen auf eine Pressspanplatte geklebt. Der dabei verwendete Leim ist weit in die Gemäldeleinwand eingedrungen und hat die Leinwandfasern untereinander verklebt. Dadurch ist das Gewebe verhärtet und weist keine Elastizität mehr auf. Der Leim führt zudem zu einer schnelleren Versprödung der Gewebefasern im Rahmen ihrer natürlichen Alterung. Dies wirkt sich negativ auf die Faserfestigkeit aus: Bei einem aufgespannten Gemälde wirken permanent Zugkräfte auf das Gewebe – die Leinwand von „St. Trudpert und sein Kloster“ wird diesen Zugkräften infolge der Versprödung auf Dauer nicht mehr standhalten können.

Daher wurde entschieden, das Gemälde zu „doublieren“. Es wird dabei flächig auf einer neuen Leinwand fixiert, die Zugkräfte werden dann von der neuen Leinwand, der so genannten Doublierleinwand, getragen.


1. Arbeitsschritt: Vorbereiten der Doublierleinwand

Abb. 27 Doublierleinwand - mit Kunstharzfolie versehen und aufgespannt
Web-Dokumentation
Bei der Doublierung des Gemäldes wird eine so genannte Haftverklebung durchgeführt. Als „Klebeschicht“ dient anstelle von flüssigem Leim eine sehr dünne (65µ starke) Kunstharzfolie. Leim würde, wie im Fall der früheren Restaurierung, in die verhärtete Gemälderückseite eindringen und die Alterung beschleunigen. Die Folie wird auf die Größe des Gemäldes zugeschnitten und unter Wärmeeinwirkung und Druck auf die aufgespannte Doublierleinwand aufgebracht (siehe Abb. 27).




2. Arbeitsschritt: Haftverklebung des Gemäldes mit der Doublierleinwand

Abb 28 Das auf der Doublierleinwand fixierte Gemälde
Web-Dokumentation
Die Doublierleinwand wird mit Wärme und unter leichtem Druck auf die Rückseite des Gemäldes aufgebracht. Nachdem sie ihren Schmelzpunkt erreicht hat, erkaltet die Folie und lässt das Gemälde an der Doublierleinwand haften. Diese Maßnahme ist jederzeit reversibel. Sollte es notwendig sein, die Doublierleinwand von dem Gemälde abzunehmen, kann sie unter erneuter Wärmeeinwirkung rückstandsfrei von der Gemälderückseite abgenommen werden. Abb. 28 zeigt das auf der neuen Leinwand fixierte Gemälde.




In der nächsten Folge ist es soweit: „Trudpert erstrahlt in neuem Glanz“!


Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass unsere Dienste Cookies verwenden. Mehr erfahren OK