Hier steckt
mehr drin, als
Sie denken!

7. Folge: „Trudpert erstrahlt in neuem Glanz“

Erforderliche Maßnahme: Firnisauftrag und Retusche


Um dem Gemälde nach den bisher durchgeführten konservatorischen und restauratorischen Eingriffen wieder ein ästhetisch ansprechendes Erscheinungsbild zu verleihen, erhält es zum Abschluss einen neuen Firnis. Dieser Firnis ist notwendig, um der Malerei Glanz und Tiefenlicht zu verleihen und das Gemälde vor schädigenden Umwelteinflüssen zu schützen. In Folge 2 wurde dies bereits ausführlich beschrieben.


Abb. 29 Der Mantel des Heiligen Trudpert weist besonders viele zu retuschierende Bereiche auf
Web-Dokumentation Trotz des neuen Firnisüberzugs wird der Gesamteindruck des Gemäldes zum jetzigen Zeitpunkt noch stark durch die gekitteten Bereiche beeinträchtigt. Aufgrund ihrer monochromen Farbigkeit erscheinen sie als einzelne Inseln, die den Blick auf sich ziehen (siehe Abb. 29). Durch eine Retusche werden sie daher farblich ihrer Umgebung angepasst und fügen sich somit harmonisch in das Gesamtbild ein.


1. Arbeitsschritt: Firnisauftrag


Abb. 30 Die Restauratorin beim Auftragen des Firnis
Web-Dokumentation
Bei dem neu aufzubringenden Firnis handelt es sich um ein Naturharz, das in einem unpolaren Lösungsmittel gelöst wird und nach Verdunsten des Lösungsmittels als dünner Film
auf der Gemäldeoberfläche aufliegt. Da das Lösungsmittel beim Einatmen gesundheitsschädigend wirkt, ist ein ausreichender Atemschutz erforderlich.

Mit Hilfe eines breiten Pinsels wird die Firnislösung auf die Gemäldeoberfläche aufgetragen (siehe Abb. 30).

Das Gemälde liegt dafür in einer möglichst staubfreien Umgebung, damit auf der Gemäldeoberfläche keine Partikel in den Firnisfilm eingeschlossen werden.
                                                                                                           

                                                                                                                

2. Arbeitsschritt: Retusche

Abb. 31 Mit feinen Pinselstrichen wird die Fehlstelle in der Malerei
geschlossen

Web-Dokumentation Als letzter Arbeitsschritt der Restaurierung erfolgt die „Retusche“, das heißt die farbliche Anpassung der monochrom erscheinenden Kittungen (vgl. Abb. 31). Die Retusche liegt dabei auf dem Firnisfilm auf und kann bei einer erneuten Firnisabnahme jederzeit entfernt werden.Besonders die großflächigen Kittungen im unteren Gemäldebereich werden in der sogenannten „Stricheltechnik“ retuschiert. Dabei liegen feine, parallel verlaufende Pinselstriche in unterschiedlichen Farbabstufungen nebeneinander. Vorteil dieser Retuschetechnik ist ein aufgelockertes Erscheinungsbild: Die einzelnen Farbnuancen werden vom Betrachter kaum wahrgenommen, da sie sich in der Entfernung optisch mischen. Dennoch ist die Retusche jederzeit „ablesbar“ und als „Neuerung“ an dem Gemälde zu erkennen.



Die Abbildungen 32 und 33 zeigen einen Vergleich des Bildausschnitts ‚Engel mit Krone’ vor und nach der Retusche.

Web-Dokumentation                   Web-Dokumentation
Abb. 32 Detail 'Engel mit Krone'           Abb. 33 Die gleiche Stelle nach
mit sichtbaren Kittungen                     der erfolgten Retusche 



In der nächsten Folge bekommt St. Trudpert sein „Schmückendes Beiwerk“...


Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass unsere Dienste Cookies verwenden. Mehr erfahren OK