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Ausstellung „Kunst und Nationalsozialismus“ im Dreiländermuseum: Offizielle Eröffnung und Start des großen RahmenprogrammsLörrach, 1.10.2020

Am Freitag, 2. Oktober 2020 eröffnet das Dreiländermuseum nun auch offiziell seine Corona-bedingt verschobene große Sonderausstellung „Kunst und Nationalsozialismus“. Zugleich startet das Museum mit dieser Vernissage ein umfassendes Programm mit 58 Veranstaltungen, die bis Ende Mai 2021 das Verhältnis der badischen Kunst und Kultur zum NS-Staat umfassend thematisieren. Es ist das erste Projekt dieser Größenordnung in Baden zu diesem Thema. Auch die fast 200 Seiten starke Begleitpublikation arbeitet das Thema umfassend am Beispiel von 12 bedeutenden badischen Künstlern auf.
Hermann Burte (eigentlich Strübe), Anker am Rhein, Öl auf Leinwand, 1934. Der v.a. als Dichter im Dritten Reich geschätzte Hermann Burte war auch Maler. Die Perspektive zeigt den Blick von Baden über den Rhein ins Elsass, das 1918 wieder von Deutschland a
Die Eröffnung findet am 2. Oktober um 18 Uhr im Dreiländermuseum statt und wird auf Grund der derzeit geltenden Abstandsregeln und Besucherobergrenzen um 19.30 Uhr nochmals wiederholt. Die amerikanische Kunsthistorikerin und Ausstellungskuratorin Barbara Hauß führt in das Thema ein; Musik aus der Zeit bietet das Vokalensemble der Städtischen Musikschule. Grußworte sprechen Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz, Museumsleiter Markus Moehring und Patrick Moser vom Historischen Museum Basel, dessen zeitgleich präsentierte Ausstellung „Grenzfälle. Basel 1933-1945“ mit der Lörracher Ausstellung durch ein Interreg-Projekt verbunden ist. 75 Jahre nach Kriegsende wollen beide Museen ein grenzüberschreitendes Zeichen der Aufarbeitung setzen; Corona-bedingt kam es zur Verschiebung um einige Monate.
Blick in die Ausstellung „Kunst und Nationalsozialismus“
Die Ausstellung „Kunst und Nationalsozialismus“ im Dreiländermuseum präsentiert über 100 Werke prominenter badischer Künstler aus der Zeit zwischen 1933-1945. Das breite Spektrum des Kunstschaffens reicht von „entarteten“ Stilrichtungen bis hin zu staatlichen Aufträgen und „Blut-und-Boden-Malerei“. Dabei stellt sie die zentrale Frage, inwieweit Anpassung und schweigende Teilnahme sich künstlerisch und ethisch von Opportunismus und aktiver Förderung unterscheiden. Auch das Rahmenprogramm der kommenden Monate geht mit 58 Veranstaltungen dieser Thematik an vielen konkreten Beispielen mit Vorträgen, Exkursionen, Lesungen, Führungen, Filmen und Musik-Veranstaltungen nach. Kuratorin Barbara Hauß gelang es anhand von zahlreichen Quellen und Dokumenten, Lücken in den Künstlerbiographien zu schließen und exemplarisch einen detaillierten Überblick über den damaligen Kunstbetrieb zu geben. Auch der Katalog zeugt von ihrer genauen Recherchearbeit in Behördendokumenten, Entnazifizierungsakten, Korrespondenzen, Zeitungen, Kunstzeitschriften, Ausstellungskatalogen und Künstlerpublikationen.

Ergänzend öffnet im Dreiländermuseum eine Woche später, am 9. Oktober, offiziell außerdem die Sonderausstellung „Gefeiert und gefürchtet“, die die NS-Diktatur in den Lörracher Ortsteilen Brombach, Haagen und Hauingen. Zu sehen sind Filme, Dokumente und ausgewählte Exponate, durch die an ihrem Beispiel die NS-Zeit in Baden exemplarisch deutlich wird.

Für die Vernissage und alle Veranstaltungen ist Corona-bedingt eine Anmeldung im Voraus im Dreiländermuseum notwendig. Dies ist möglich per Mail unter museum@loerrach.de oder unter Tel: **49 (0)7621-415150 täglich außer Montag zwischen 11 und 18 Uhr.


Fotos (alle Dreiländermuseum):
„Anker am Rhein“, Ölgemälde von 1934 von Hermann Burte, Maler und populärster badischer Dichter während des NS-Regimes (Sammlung Dreiländermuseum)
Blick in die Ausstellung „Kunst und Nationalsozialismus“