Adolf Strübe (1881-1973)

Obwohl Adolf Strübe mehr als 30 Jahre in Berlin lebte, arbeitete und lehrte, ist der Maler heute vor allem in seiner badischen Heimat bekannt. Seine Geburtsstadt Maulburg ernannte ihn 1952 zum Ehrenbürger, er erhielt 1955 den Hans-Thoma-Preis und 1971 schließlich wurde er Ehrenbürger der Stadt Lörrach, der er einen Großteil seiner Werke vermachte.


Vita


Adolf Strübe wurde am 7. Dezember 1881 in Maulburg geboren. Von 1901 bis 1903 lernte er an der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe. 1903 bis 1904 leistete Strübe seinen Militärdienst in Konstanz ab, wo er in der Offiziersmesse ein Fresko malte, das jedoch nicht mehr erhalten ist. Nach seinem Militärdienst ging er zurück nach Karlsruhe, wo er an der Kunstakademie studierte. Er galt als besonders begabt und erhielt nach Abschluss seiner Studien Ende 1908 einen Ruf nach Berlin an die Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums. Er richtete dort eine Klasse für Stoff- und Tapetendruck ein. 1912 beauftragte ihn die Berliner Schlossgemeinde mit der Ausführung eines Kreuzigung-Gemäldes – sein erster bedeutender Auftrag, der ihn über seine pädagogische Arbeit hinaus bekannt machte.
Während des 1. Weltkriegs war Strübe in Frankreich und Belgien stationiert. Er verarbeitete seine Kriegseindrücke in zahlreichen Zeichnungen und Bildern, 1917 wurde er zum Kriegsmaler ernannt. Nach dem Krieg kehrte Strübe nach Berlin zurück, wo er zum ordentlichen Professor für Tafel- und Wandmalerei an die Vereinigte Staatsschulen berufen wurde. In Berlin traf Strübe alte Weggefährten aus Baden wieder: Carl Hofer, Wilhelm Gerstel und Rudolf Emil Weiss. Alle vier waren Gründungsmitglieder der 1927 gegründeten Künstlervereinigung Badische Secession.

Während des dritten Reichs trat Strübe selten in Erscheinung. Er war kein Mitglied der NSDAP und sein Gemälde „Die rote Brücke“ kam auf die Liste der nicht-konformen Kunstwerke. Im zweiten Weltkrieg wurde bei einer Bombardierung fast sein gesamtes Werk zerstört. Nach dem Krieg kehrte er zurück nach Baden und baute mit seinem früheren Weggefährten Wilhelm Gerstel die Akademie der Bildenden Künste in Freiburg auf. Bis zu deren Schließung im Jahr 1956 war er dort Professor für die Mal- und Zeichenklasse.


Werk


Strübe malte Öl- und Aquarellbilder, er zeichnete, schuf Plastiken, gestaltete als Auftragsarbeiten Fassaden und Wände. Auffällig an seinen Ölgemälden ist eine Entwicklung von düsteren, dunklen Farben hin zu hellen, leuchtenden Farben. In seiner Ausbildung lernte er vor allem den klassischen von dunklen Tönen geprägten Stil. Von den Impressionisten inspiriert, wurden im Lauf seiner Schaffenszeit seine Ölbilder immer leuchtender und heller. Seine Aquarelle dagegen malte er schon von jung an mit helleren Farben. Motive des Künstlers sind Landschaften, menschliche Figuren, Akte, Selbstportraits und Stillleben. Mehrfach malte er die Dörfer Ötlingen oder Istein. Künstlerische Spuren findet man auch in Lörrach von ihm. So hat er das Treppenhaus der Kreisklinik Lörrach gestaltet oder die Ostfassade der Gewerbeschule.