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Zunftbecher der Schreiner, Schlosser und Uhrmacher in Lörrachmit ‚Wildem Mann‘

Am 27. Januar wird im benachbarten Basel wieder das Winterzunftbrauchtum des Vogel Gryff begangen. Mit dabei ist, neben den anderen beiden Wahrzeichen der drei ausrichtenden Ehrengesellschaften, dem Vogel Gryff und dem Löwen, auch der Wilde Mann. Ein besonders schönes und wertvolles Exemplar eines Wilden Manns ist als Schatz in der gleichnamigen Sonderausstellung im Dreiländermuseum zu sehen.

Zunftbecher mit Wildem Mann, Sammlung Dreiländermuseum ©Dreiländermuseum/Gabriele WeitzerDer Zunftbecher der Schreiner, Schlosser und Uhrmacher in Lörrach aus teilvergoldetem Silber datiert aus dem Jahr 1752 - einer Zeit als die Handwerkszünfte noch eine gewichtige Stellung einnahmen, bevor die Industrialisierung begann und Ihre Bedeutung schwand. Wie bei den Basler Ehrengesellschaften, fand hier das heraldische Motiv des Wilden Manns – als Kelchgriff – Verwendung. In der rechten Hand hält er Schlüssel und Winkelmaß, in der linken einen Schraubenschlüssel. In Basel schwenkt der „Wild Maa“ am 27. Januar bei seiner Rheinabfahrt mit wilden Tänzen, begleitet von Trommeln und Böllerschüssen, eine kleine Tanne. Der Wilde Mann hat seinen Ursprung als mythische Figur: ein mit übermenschlichen Kräften ausgestattetes Waldwesen, belegt seit dem Mittelalter. Verwendung fand er als Wappenzeichen für Städte, Familien und eben auch Zünfte oder wie in Basel Ehrengesellschaften.

Zunftpokale waren prunkvolle repräsentative Gefäße und Wichtigen Gästen wurde das mit Stolz gezeigte Symbol für die Stellung und den Reichtum einer Zunft zum Trunk gereicht. Auch im internen Gebrauch wurde er bei wichtigen Begebenheiten verwendet: Wer Geselle oder Meister geworden war durfte zum Zeichen seiner neuen Würde daraus den Ehrentrunk nehmen, beim Abschluss der Zunftversammlung ging der Pokal unter den Meistern reihum.