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Schätze aus der SammlungMarkgräflicher Jagdschlitten

Das Objekt "Jagdschlitten" gibt Rätsel auf: Viele Sammlungsstücke sind nicht abschließend erforscht. Das mit Interreg-Mitteln von 1,7 Millionen Euro geförderte neue Lörracher Museumsdepot wird aber künftig mehr Möglichkeiten zur Forschung bieten.

Ein echter Schatz: Historischer Markgräfler Jagdschlitten (Sammlung Dreiländermuseum) ©Dreiländermuseum/Waltraut HupferSchlitten sind wohl die ersten Fahrzeuge des Menschen, noch vor der Erfindung des Wagens. Bereits die ägyptischen Pyramiden entstanden mit Hilfe von Kufenfahrzeugen für tonnenschwere Steinquader. Künstlerisch gestaltete Prunkschlitten zur Repräsentation waren vor allem in der Barockzeit sehr beliebt. Dieser prächtige Jagdschlitten stammt laut Inventarkarte des Museumsgründers Ernst Schultz aus dem Bestand des Lörracher Försters der „Markgräflichen Försterei“, um 1900.

Es gibt aber weitere alte Unterlagen, die den Jagdschlitten in die Zeit um 1800 datieren, auch ein „Glockengeläut und Kummet" sollen ursprünglich dazugehört haben. Der Schlitten zeigt vorne sehr repräsentativ die Jagdgöttin Diana. Die Sitzbank ist mit einem geschnitzten Hirschkopf mit Geweih verziert. Auf dem Schlitten kann man sich nicht gemütlich niederlassen, man sitzt eher spartanisch. Es bleibt daher die Frage, wann er wirklich verwendet worden ist oder ob es sich eher um ein Zierobjekt ohne konkrete Nutzung handelte. Oder diente er gar den Kindern des Försters?