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Schätze aus der SammlungMessingkreuz mit Zachariassegen

Auch bevor Schulmedizin und Pharmaunternehmen sich im Gesundheitssystem etablieren konnten, suchten uns Pandemien heim. In den frühen Hausapotheken fanden sich, neben Pülverchen und Elixieren, auch ‚geistliche‘ Hilfen, denen heilende Wirkung zugeschrieben wurde. Geistliches Hilfsmittel gegen Pandemien und andere Unbilden (Sammlung Dreiländermuseum) ©Dreiländermuseum/Waltraut HupferEin besonders schönes Exemplar eines solchen Hilfsmittels beherbergt die Sammlung des Dreiländermuseums in Form eines ‚Caravacakreuzes‘ aus der Zeit um 1800, das zum Schutz gegen die grassierende Pest – aber auch zum Schutz vor Sturm oder Hexerei - eingesetzt wurde. Darauf finden sich rätselhafte Buchstaben und Zeichen - ein Zachariassegen. Das Schmuckstück ist derzeit in der Sonderausstellung Schätze zu sehen.

Der Zachariassegen wurde in seiner einfachsten Form auf sogenannten Schutzzetteln abgedruckt, die man bei sich tragen konnte. Sie wurden von der Geistlichkeit gesegnet und gerne gegen Bares verkauft. Dieses doppelbalkige, auch Caravaca-Kreuz genannte Kreuz aus Messing, ist eine wertvollere und schmückende Variante und konnte an einer Kette getragen werden. Diese Anhänger waren im 17. und 18. Jahrhundert in Süddeutschland sehr beliebt.

Die Segensformel verbirgt sich in der kryptisch anmutenden Buchstabenfolge, unterbrochen von Kreuzsymbolen. Diese stehen jeweils für einen bittenden Anruf, der mit Crux Christi (Kreuz Christi) beginnt. Die einzelnen Buchstaben stehen für die Anfänge lateinischer Psalmverse, denen sich Bittgebete anschließen. Einfache Gläubige, denen solche Zusammenhänge fremd waren, sahen in der rätselhaften Buchstabenfolge lediglich eine Art Zauberformel. Was den Glauben an die Wirkung nicht geschmälert haben dürfte.

Der Kreuzanhänger ist, neben einigen anderen Objekten der religiösen Volkskunst, derzeit in der Sonderausstellung Schätze ausgestellt.