Arbeiterinnen an Kammgarnmaschinen in der Spinnerei und Weberei Haussmann in Logelbach, Elsass, 1880er Jahre, Holzstich. Sammlung Dreiländermuseum
Industrie-
kultur im
Dreiland

1. Juli – 27. November 2016
Reiches Erbe - Industriekultur im Dreiland

Dreiländermuseum und Wirtschaftsförderung präsentierten die erste große Sonderausstellung, die die Industriegeschichte des Dreilands umfassend und grenzüberschreitend in den Blick nahm. Beleuchtet wurden 250 Jahre industrieller Entwicklung und Innovationen auf 400 qm mit Objekten aus der Sammlung des Dreiländermuseums und von verschiedenen Leihgebern.

Erst die grenzüberschreitende Perspektive macht verständlich, wie in Südbaden, im Südelsass und der Nordwestschweiz ein wichtiger stark vernetzter industrieller Ballungsraum entstand. Zunächst dominierte die Textilindustrie, seit dem 19. Jahrhundert folgten weitere Branchen: mechanische Industrie, Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie. Schließlich werden die Herausforderungen von heute angesprochen: Welche Stellschrauben sind heute für die Wettbewerbsfähigkeit der industriellen Produktion maßgebend? Welche Zukunftsthemen sind in den jeweiligen Branchen erkennbar? Welche Chancen eröffnen sich, wenn historische Industrieareale nicht mehr oder nur noch zum Teil für die Produktion benötigt werden?


Begleitende Wanderausstellung „Industriekultur Basel“


Parallel zur großen Sonderausstellung zeigte das Dreiländermuseum im Hebelsaal die Wanderausstellung “Industriekultur Basel“ des Vereins "Arias Industriekultur". Vorgestellt wurden die Themen Schifffahrt, Chemie, Grenzbahnhöfe, Papier, Rohstoff, Stein, Feinmechanik, Salz als «weißes Gold» und Hauenstein-Gebirgsbahn. Sie entsprechen den acht Pfaden zu Stätten der Industriekultur des Wanderführers „Industriekultur beider Basel“ des Industriearchäologen, Autors und Projektleiters Dr. Hans-Peter Bärtschi. Seit 2012 hat sein Team in der Region Basel 850 Industrie- und Transportbetriebe dokumentiert - neben den baulichen Hüllen auch Kanäle, Brücken und maschinelle Einrichtungen wie Wasserräder, Pumpen, Sägegatter, Schmiedehämmer oder Hafenkräne. Das Kurzinventar zur Region Basel ist, ebenso wie zu anderen deutschschweizerischen Kantonen, unter www.industriekultur.ch einsehbar.


Publikation zur grenzüberschreitenden Industriegeschichte

Zur Ausstellung ist seit Oktober 2016 die erste umfassende Publikation erhältlich, die die Industriegeschichte des Dreilands wissenschaftlich und konsequent grenzüberschreitend darstellt. Das reich bebilderte deutschsprachige Buch mit französischsprachigen Zusammenfassungen erscheint als Band Nr. 23 in der Reihe Lörracher Hefte. Im Zentrum steht ein fundierter Überblick über 250 Jahre Industriegeschichte des Freiburger Historikers Dr. Robert Neisen. Er beschreibt, wie sich durch die Initiative grenzüberschreitend tätiger Unternehmer und dank guter räumlich-struktureller Voraussetzungen in den Jahren von 1750 bis heute eine mächtige Industrie herausbildete, die vor allem in der Textilindustrie, in der chemischen und in der Pharmaindustrie Weltruhm erlangte. Wie die Ausstellung frägt auch das Buch außerdem nach den Herausforderungen der Industrie heute und dem städtebaulichen Umgang mit nicht mehr benötigten historischen Industriearealen.

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