Albert Haueisen - Sonnige Rheinebene bei Jockgrim mit singenden Mädchen, Inventarnummer HM_1961_0028, Foto: Ehrenamtsgruppe HMP Speyer
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Historisches Museum der Pfalz Speyer

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67346 Speyer

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Öffnungszeiten
Dienstags bis sonntags 10-18 Uhr


Historisches Museum der Pfalz Speyer

Zeitenwende am Rhein - Die Pfalz 1918-1930

Am 11. November 1918 endet der von Deutschland maßgeblich verantwortete Erste Weltkrieg. Der Krieg kostet in Europa 10 Millionen Opfer. Auf dem westlichen Kriegsschauplatz sind weite Teile Frankreichs durch den Krieg verwüstet. Im 1919 unterzeichneten Friedensvertrag von Versailles werden Deutschland hohe finanzielle Wiedergutmachungsleistungen und Gebietsabtretungen auferlegt. Das Rheinland wird von alliierten Truppen aus Belgien, Großbritannien, den USA und Frankreich besetzt. Die zum Freistaat Bayern gehörende Pfalz ist nach der Abtretung von Elsass-Lothringen wieder Grenzland nach Westen. Sie bleibt bis 1930 von französischen Truppen besetzt. Die weitreichende Abtrennung wirtschaftlicher und verkehrstechnischer Verbindungen ins unbesetzte Deutschland erschwert die Lage der Bevölkerung im besetzten Rheinland. Frankreich fördert mehr oder minder offen die Versuche, in den besetzten Gebieten eine autonome „Rheinische Republik“ zu errichten.

Die von Frankreich verfolgte Abtrennungspolitik führt zu politischen Repressionen und massiven wirtschaftlichen Benachteiligungen in der Pfalz. Der Rhein wird zur Zollgrenze. Vielen Firmen erscheinen Investitionen in den besetzten Gebieten als zu riskant. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit ist in einigen pfälzischen Städten bis zu einem Drittel der Bevölkerung von der öffentlichen Fürsorge abhängig. Zudem kommt es im ganzen Reichsgebiet ab dem Herbst 1922 infolge der durch die Reparationszahlungen enorm hohen Staatsverschuldung zu einer rasanten Geldentwertung. Das Konzept der Separatisten, durch eine stärkere Anbindung an Frankreich den wirtschaftlichen Niedergang aufzuhalten, geht nicht auf.

Die 20‘er Jahre des 20. Jahrhunderts werden oft die „Goldenen 20‘er Jahre“ genannt. Dies mag noch für das kulturelle Zentrum Berlin seine Berechtigung haben. Für die Pfalz ist eine solche Benennung nur mit Verspätung und Einschränkungen nachvollziehbar. Immerhin wurden auch hier, trotz der Einschränkungen durch die Rheinlandbesetzung und die schwierige wirtschaftliche Situation, die neuen Möglichkeiten einer durch Radio und Kino erweiterten Medienöffentlichkeit wahrgenommen. In Städten und Dörfern entwickelte sich ein vielfältiges Vereins- und Kulturleben. Veränderungen im Bereich der Wohnkultur und z.B. der Mode gelangten bis in die entlegensten Winkel des Landes.

Das Historische Museum der Pfalz möchte mit einer virtuellen Ausstellung ab dem November 2018 an das Kriegsende 1918 und die schwierigen Jahre der französischen Besetzung erinnern. Gleichzeitig soll auch die Lebens- und Vorstellungswelt der französischen Besatzer in den Blick genommen werden. Die französischen Besatzungssoldaten kamen aus einem Land, dass ungleich mehr als das besiegte Deutschland unter den unmittelbaren Folgen des industrialisierten Krieges zu leiden hatte.

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