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„Zeitenwende 1918/19“ verbindet als Europas größte grenzüberschreitende Ausstellungsreihe 100 Jahre danach Frankreich, Deutschland und die Schweiz

Lörrach, 11. November 2018

Am 11. November 1918 endete der Erste Weltkrieg. Europa wurde fundamental verändert, zahlreiche neue Staaten entstanden. Wie unterschiedlich das Ereignis aber in den verschiedenen Ländern erinnert wird, zeigt das Projekt „Zeitenwende 1918/19“ am Beispiel von Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Mit 30 Ausstellungen ist es Europas größte grenzüberschreitende Ausstellungsreihe zum Kriegsende vor 100 Jahren.

In Frankreich ist die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg weit verbreitet. Dies zeigt auch die Bezeichnung „grande guerre“, der großen Krieg. Sein Ende am 11. November ist jedes Jahr Feiertag. Anders in Deutschland, wo Viele an diesem Tag eher an den Beginn des Karnevals denken. Oder, ebenso wie auch in der Schweiz, mit dem Martinstag in Verbindung bringen. „Zeitenwende 1918/19“ versucht nun mit einem gemeinsamen Blick über den eigenen nationalen Tellerrand zu blicken. Mit 30 aufeinander bezogenen Ausstellungen in Frankreich, Deutschland und der Schweiz ist es Europas größte grenzüberschreitende Ausstellungsreihe 100 Jahre nach Ende des Krieges.

5. Viele Schweizer Soldaten kehrten bei Kriegsende verarmt von der Grenzbesetzung zurück.4 Jahre lang haben sich die beteiligten Museen am Oberrhein und den benachbarten Regionen regelmäßig im Dreiländereck getroffen und ihre jeweiligen Ausstellungskonzeptionen miteinander ausgetauscht. Bis zum 11. November sind 26 Ausstellungen in den drei Ländern eröffnet, 4 weitere Ausstellungseröffnungen folgen in den kommenden Wochen. Nach hundert Jahren erfolgt dabei auch eine Neubewertung der historischen Ereignisse und ein offener Diskurs, wie er bislang so noch nicht möglich war.

Die Überblicksausstellung der Reihe zeigt das Dreiländermuseum in Lörrach nahe dem Dreiländereck. Sie bietet mit über 300 Exponaten in inszenierten Räumen einen eindrucksvollen Vergleich der Situation von Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Die übrigen Ausstellungen zeigen spezifische Themen. Auffallend bei den deutschen Ausstellungen ist, dass sie die Weimarer Republik in erster Linie erstmals nicht mehr vor allem als eine Zeit der Krise behandeln, die letztlich in den Nationalsozialismus geführt hat. Vielmehr betonen sie jetzt auch die neuen sozialen und politischen Errungenschaften, die mit Ende des Krieges möglich wurden. Beispiele sind die Große Landesausstellung im Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart zur Republik in Baden und Württemberg oder die Ausstellung zum Frauenwahlrecht im Historischen Museum Frankfurt. Im Elsass wird nicht anfängliche Freude über die Rückkehr zu Frankreich thematisiert: erstmals werden umfassend auch schwierige Themen öffentlich angesprochen wie die massiven Auseinandersetzungen um die Wiedereingliederung in den französischen Staat und die Vertreibung von 120.000 sogenannten Altdeutschen. Beispiele hierfür sind Ausstellungen in Colmar und Straßburg, die in diesen Tagen eröffnet werden. Schweizer Ausstellungen thematisieren erstmals auch die bürgerkriegsähnlichen Verhältnisse während des Landesstreiks, insbesondere im Neuen Museum Biel. Auffallend für die Ausstellungsmacher ist, wie wenig Deutsche und Franzosen diese Entwicklungen in der Schweiz kennen.
4. Unterzeichnung des Waffenstillstandes am 11.11.1918. Dieser Druck hing in einem Dorf im Elsass und wurde von den Nationalsozialisten konfisziert.
Viele weitere Themen greifen die Ausstellungen außerdem auf: Kunst, Kultur und Literatur, das Totengedenken und die Pflege der Schlachtfelder oder die Entmilitarisierung Badens. Die Ausstellungen haben verschiedene Laufzeiten; viele sind noch über den Winter geöffnet. Spezifische Informationen bietet die Website des Netzwerks Museen unter www.netzwerk-museen.eu in deutscher und französischer Sprache.


Fotos:

Oben: Viele Schweizer Soldaten kehrten bei Kriegsende verarmt von der Grenzbesetzung zurück.

Unten: Unterzeichnung des Waffenstillstandes am 11.11.1918. Dieser Druck hing in einem Dorf im Elsass und wurde von den Nationalsozialisten konfisziert.


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