© Dreiländermuseum Lörrach, Johann Peter Hebel Farblithografie von Adolf Glattacker, 1925
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Hebel

Johann Peter Hebel (1760 - 1826)

Er war Lehrer, Schriftsteller, Theologe, Naturkundler, Aufklärer und Humanist. Vielerorts erinnern Gedenkstätten an ihn, dokumentieren Museen sein Leben und Schaffen. Das Dreiländermuseum hat ein ganz besonderes Verhältnis zu Johann Peter Hebel. Denn in dem Gebäude, das heute das Museum beherbergt, arbeitete Hebel von 1783 bis 1791 als Präzeptoratsvikar (Hilfslehrer). Damals war in dem ursprünglich als Tabakfabrik errichteten Gebäude das Pädagogium untergebracht, eine Schule, die auf das Gymnasium vorbereitete. Hebel unterrichtete nicht nur an der Schule, er wohnte auch im gleichen Gebäude.

Das Museum hat sich die Erinnerung an Hebel zur Aufgabe gemacht. Die Hebel-Sammlung beinhaltet persönliche Gegenstände, Erstausgaben seiner wichtigsten Werke, Illustrationen zu Dichtungen von Hebel und Originalbriefe.

Vita

Hebel wurde am 10. Mai 1760 in Basel geboren. Seine Eltern arbeiteten in den Sommermonaten als Magd und als Offiziersbursche bei der vermögenden Basler Familie Iselin-Rhyhiner, im Winter lebten sie in Hausen im Wiesental, dem Heimatort seiner Mutter Ursula. Hebels Vater Jakob starb 1761 vermutlich an Typhus.

Im Sommer besuchte Hebel als Kind die Gemeindeschule in Basel, ab 1772 das Gymnasium am Münsterplatz. Im Winter, wenn die Familie in Hausen wohnte, besuchte er zunächst die Volksschule in Hausen, ab 1769 die Lateinschule in Schopfheim.

Nach dem Tod der Mutter im Jahr 1773 kam Hebel an das traditionsreiche Gymnasium illustre in Karlsruhe. Hebel war ein sehr guter Schüler, im Jahr 1778 schloss er das Gymnasium ab und begann ein Theologiestudium in Erlangen. Nach dem Studium unterrichtete er drei Jahre als Hauslehrer die beiden Töchter des Pfarrers Philipp Jakob Schlotterbeck in Hertingen. In dieser Zeit ordinierte Hebel und half beim Austeilen des Abendmahls. Im Jahr 1783 kam er als Hilfslehrer zum Pädagogium nach Lörrach, wo er Latein, Geschichte, Geometrie, Deutsch, Arithmetik und Erdkunde unterrichtete.

Im Jahr 1791 verließ Hebel Lörrach, um als Subdiakon am Karlsruher Gymnasium zu arbeiten. Auch als Hofprediger betätigte er sich in dieser Zeit. 1808 wurde Hebel Direktor des Karlsruher Gymnasiums. Im Jahr 1826 erlag Hebel einem Darmkrebsleiden.


Hebels Dichtung

Die „Alemannischen Gedichte“ begann Hebel nach einem Besuch seiner Wiesentäler Heimat zu schreiben. 1803 erschien die Erstausgabe mit 32 Gedichten mit Lebensweisheiten und Antworten auf Fragen, die die Menschen beschäftigten. Im Gedicht „Die Vergänglichkeit“ setzte er sich mit Sterben und Tod auseinander und verarbeitete darin den Tod seiner Mutter. Diese starb auf dem Weg von Basel nach Hausen auf einem Wagen zwischen Brombach und Steinen. Sein berühmtester Leser war wohl Johann Wolfgang von Goethe, der die in alemannischem Dialekt geschriebenen Gedichte sehr schätzte.

Mit seinen Kalendergeschichten wollte Hebel seinen Lesern sowohl Nützliches als auch Unterhaltendes vermitteln. Lehrreiche Geschichten und naturkundliche Beiträge waren ebenso dabei wie unterhaltsame Geschichten und Anekdoten. Hebel verfasste die Kalendergeschichten zunächst für den Badischen Landkalender und später für den „Rheinländischen Hausfreund“, der ein Nachfolger des Landeskalenders war.

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