Bild von Adolf Riedlin
Kunst von
Adolf
Riedlin

Publikation

Augustinermuseum Freiburg, Museum am Burghof, Lörrach:
Adolf Riedlin
Emmendingen 1992. 10,00 Euro

Adolf Riedlin (1892-1969)

Adolf Riedlin war ein Markgräfler Künstler, der in vielfältigen Bildern die Landschaft des Markgräflerlands sowie die Bewohner seiner Heimat dargestellt hat.
Das Dreiländermuseum besitzt heute die größte öffentliche Sammlung von Werken Adolf Riedlins: Sie umfasst zahlreiche Bilder in Form von Malereien (Öl, Tempera, Aquarell, Radierung, Tusche, Mischtechniken etc.), Skizzen und Studien.
Vorwiegend widmete er sich dem Stil des expressiven Realismus, insbesondere in der Zeit ab 1932, aber sein Werk umfasst eine große Bandbreite an Motiven, Techniken und Stilen. Er gilt als einer der ersten Maler in Baden, der ungegenständlich gemalt hat. Schon bevor Riedlin sich in der Zeit vor 1932 dem expressiven Realismus zuwandte, malte er ungegenständlich. Ab 1947 widmete er sich erneut verstärkt der abstrakten Kunst. Riedlins Spätwerk zeigt schlussendlich eine komplette Lösung von der Gegenständlichkeit.

Vita

Riedlin gelang es mit einigen Unterbrechungen, seinen Lebensunterhalt mit der Malerei zu bestreiten. Er wurde am 3. April 1892 in Laufen geboren. Nach der Schule machte er zunächst eine handwerkliche Ausbildung zum Maler. Mit 19 Jahren ging er an die Kunstgewerbeschule nach Karlsruhe. 1912/13 besuchte er zwei Semester die Großherzogliche Kunstschule Karlsruhe und war dort Schüler des Jugendstilmalers Walter Georgi. Anschließend arbeitete er als Kirchenmaler. Nach dem ersten Weltkrieg, in dem er zunächst als Soldat, später als Frontoffizier diente, war er von 1919 bis 1920 Schüler von Adolf Hölzel an der Kunstakademie in Stuttgart, der als einer der Wegbereiter der abstrakten Malerei gilt. Von seinem Stil ließ Riedlin sich stark beeinflussen. Nach seiner Zeit an der Stuttgarter Kunstakademie sammelte Riedlin als freier Maler Erfahrungen, ab 1924 malte er in Baden-Baden Portraits.
1926 kehrte er nach Laufen zurück, wo er in der elterlichen Landwirtschaft arbeitete. 1928 hielt er sich fünf Monate in Paris auf. Seit 1919 beschäftigte sich Riedlin mit kubistischen und futuristischen Motiven. In Paris widmete er sich verstärkt diesen Themen und ließ sich zu surrealistischen Motiven inspirieren.
Von 1930 bis 1933 wohnte er in Basel. Ab 1937 lebte er bis zu seinem Tod im Jahr 1969 in Freiburg. Im zweiten Weltkrieg wurde er 1940 eingezogen; das Kriegsende erlebte er in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Im Jahr 1947 begann er wieder mit dem Malen ungegenständlicher Bilder.
Umstritten ist sein Verhältnis zum Naziregime. Die Reichskulturkammer beschlagnahmte im Herbst 1937 im Freiburger Augustinermuseum fünf Bilder von ihm und vernichtete diese als so genannte „entartete Kunst“. Seine Darstellungen der Markgräfler Landschaften und Menschen im Stil des expressiven Realismus missfiel den Nazis. Die Bilder, die Riedlin während der Nazizeit malte, zeigen einen malerischen Realismus. Im Gemeinschaftsraum des Freiburger Gaswerks hat Riedlin 1937 ein Fresco gemalt, das eine Kolonne von Männern auf dem Weg zur Arbeitsstätte zeigt. Ein Mann darauf hat die Hand zum Hitlergruß erhoben. Nach dem Krieg wurde dieses Bild übermalt und so der erhobene Arm in eine andere Stellung gebracht. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat Riedlin die Umgestaltung des Gaswerk-Freskos selbst vorgenommen, nachdem er aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen war.
Im Wikipedia-Eintrag über Adolf Riedlin wird ihm eine „Anbiederung“ an das Naziregime unterstellt. Zumindest die Wandbilder, die er während der Nazizeit als Auftragsarbeiten anfertigte, zeigen verstärkt naturalistische Darstellungskonventionen und gehen mit der nationalsozialistischen Kunstpolitik konform. Für seine Tafelbilder der gleichen Zeit gilt dies nicht. Das zeigt auch die Beschlagnahmung von den fünf Bildern aus dem Augustinermuseum am 16.09 1937- nur ein halbes Jahr nach der Einweihung des als “Kunstwerk völkischer Selbstbestimmung“(Werner Höll in der Zeitschrift Alemanne vom 11.04.1937) gelobten Wandbilds im Gaswerk Freiburg.
Seit 1931 war Riedlin Mitglied der „Badischen Secession“, dem 1927 gegründeten Künstlerbund der modernen Malerei. Mit dem Künstlerbund veranstaltete Riedlin zahlreiche Ausstellungen.


Werk

Adolf Riedlin hat in Südbaden viele malerische Spuren hinterlassen. Vor allem in den 1950er Jahren hat er als Auftragsmaler in zahlreichen öffentlichen Gebäuden Wandbilder gemalt. So kann man eins seiner großen Wandbilder an der Fassade der Winzergenossenschaft in Laufen sehen. Aber auch in der Neumattschule in Lörrach, in der Lortzing-Schule in Freiburg, der Wenzinger Schule Ehrenstetten oder der Grundschule in Eschbach finden sich Wandmalereien des Künstlers.
In seinem künstlerischen Werdegang befasste Riedlin sich schon früh mit der ungegenständlichen Malerei. Als Schüler von Adolf Hölzel begann er schon in den 1920er Jahren sich mit der abstrakten Malerei auseinander zu setzen. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Zeichnungen und Gemälde mit denen er als einer der ersten abstrakt arbeitenden Künstler Südbadens gilt. Andere, ebenfalls in den 1920er Jahren entstandene Werke zeigen vom Kubismus und Expressionismus geprägte Darstellungen seiner Heimat. In den 1930er Jahren zeigen seine Bilder dagegen einen malerischen Realismus. Zu seinen bevorzugten Motiven der Landschaften und Bauern kommen jetzt auch Kriegsbilder hinzu, in denen Riedlin seine Erfahrungen aus dem 1. Weltkrieg verarbeitet. Nachdem Riedlin 1946 aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, widmete er sich wieder der abstrakten Malerei. Seinen Lebensunterhalt bestritt er überwiegend durch die oben genannten Wandbildaufträge und auch mit Portraits.

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