Sonderausstellungen 2025

Elsass 1940-45

26. Juli - 23. November 2025

Achtzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zeigte das Dreiländermuseum eine Ausstellung, die 2022 von der Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg unter dem Titel „Face au nazisme – Le cas alsacien“ realisiert wurde. Sie wurde 2024 in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart unter dem Titel „Elsass unter Hakenkreuz“ gezeigt und war nun im Lörracher Museum zu sehen. Ergänzt durch rund 80 Exponate aus der Dreiländersammlung zeigte sie einmal mehr den Wert der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit für einen neuen und differenzierten Blick auf die Geschichte der Region.

Nach dem militärischen Sieg über Frankreich im Juni 1940 annektierte das Deutsche Reich das Elsass faktisch. Ziel der Nationalsozialisten war es, die Region vollständig zu germanisieren – französische Einflüsse wurden systematisch unterdrückt. Ab 1942 wurden Elsässer völkerrechtswidrig zur Wehrmacht eingezogen – ein tiefer Einschnitt, der sich bis heute in der regionalen Erinnerungskultur widerspiegelt.

Die Ausstellung beleuchtete die zunehmende Radikalisierung im Elsass während der 1930er Jahre, die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg sowie den Umgang mit dieser Vergangenheit nach 1945. Im Zentrum stand eine elsässische Perspektive auf die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche Europas jener Zeit.

Stoff Art | Bild, Objekt, Installation

7. Juni - 6. Juli 2025

Eine Ausstellung des Vereins Bildende Kunst Lörrach e.V.

Fünf Künstlerinnen – Chris Popovic, Eva Rosenstiel, Susanne Allgaier, Susi Hinz und Karin Langendorf – beschäftigen sich auf eine ganz individuelle Weise mit dem Werkstoff Textil: Gemalte Stoffe, Matratzen mit der altbekannten Musterung, Stoffe in unübersichtlicher Anordnung, gemalt in fotorealistischer Malweise, Steine in Stoffe eingenäht, Stoffe zu Fäden aufgelöst, zu neuen Formen gestaltet, aus Gewändern neue Formen gestaltet, von Modedesign zu Kunstwerken verwandelt, aus der alten Technik des Klöppelns mit neuen Materialien neue Formen gefunden. Wobei die jüngste der Künstlerinnen – Susi Hinz –  sich allmählich vom Stoff entfernt hat und mit „Kunststoffen“ arbeitet.

Im Hebelsaal: Inspiration 11: Paradies

Jährliches inklusives Kunstprojekt im Dreiländermuseum

22. März - 22. Juni 2025

Etwa 100 Künstler*‘innen verschiedenen Alters zeigten ihre Visionen vom Paradies. Ihre Gemälde, Skulpturen, Collagen, Gedichte und Installationen waren frei inspiriert von fünf Kunstwerken des Dreiländermuseums und von drei weiteren zeitgenössischer Künstler*innen. Bei Besuchen im Museum und einem Treffen im Wenkenpark Riehen konnten die Kunstschaffenden die Inspirationsquellen betrachten und mitteilen, was sie mit dem Thema Paradies verbinden. Ruhe, Unendlichkeit, Leichtigkeit, Frieden und Glück waren die Begriffe, die am häufigsten genannt wurden. In der Ausstellung kreuzten sich viele Perspektiven, ungeahnte Talente, Kreativität, Fantasie und Begeisterung.

Das Projekt wurde vom Trinationalen Eurodistrict Basel (TEB) und von 9 Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen in der Region unterstützt.

Beteiligte Einrichtungen: Haus Engels Hertingen, Lebenshilfe Lörrach e.V., Pestalozzischule Lörrach, AFapei Sud Alsace, Association Marie Pire, Helen-Keller-Schule Maulburg, JuGru Basel, Verein für Sozialpsychatrie Baselland, Stiftung Adulta

Umbrüche 1525 - Bauernkrieg & Täuferbewegung

25. Januar – 25. Mai 2025

Wie 1525 haben auch heute, 500 Jahre später, viele Menschen das Gefühl, in einer Zeit großer Umbrüche zu leben. Der Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit um 1500 war ein Einschnitt in allen Lebensbereichen. In Europa wich die alte, jahrhundertelang unerschütterliche, vermeintlich göttliche Herrschaftsordnung allmählich einem neuen, auf den Menschen und seine Rechte ausgerichteten Weltbild. Der Bauernkrieg als bislang größter Volksaufstand für die Freiheit in deutschen Territorien und die reformatorische, gewaltfreie Täuferbewegung sind eindrucksvolle Beispiele dafür. Sie sind Ergebnisse einer Zeit im Wandel, voller Um-, Ab- und Aufbrüche.

Auch die heutige Zeit ist von gewaltigen Veränderungen der Lebensbedingungen gekennzeichnet. Digitalisierung, Globalisierung, Individualisierung oder Klimawandel sind Stichworte dafür. Umbrüche erzeugen nicht zuletzt Ängste und kollektive Krisenerfahrungen. Damals wie heute gab es Epidemien und Pandemien, wirtschaftliche Nöte, neue Medien – damals der Buchdruck, heute die Digitalität – mit Gerüchten, Fake News, Verschwörungstheorien. Zugleich aber öffnen Umbrüche auch neue Wege des Denkens und Handelns und neue Chancen für die Zukunft.

Mit dem Blick auf den Bauernkrieg am Oberrhein und das entstehende Täufertum in der Dreiländerregion vor 500 Jahren wollte die große Sonderausstellung im Dreiländermuseum für die Besonderheiten von Umbruchzeiten sensibilisieren.

Im Hebelsaal: Wir lernen fliegen!

Hoffnungen, Träume und Ängste.

7. Februar – 16. März 2025

Die Schubert-Durand-Stiftung (SDS) in Lörrach feiert 2025 ihr 20-jähriges Bestehen. Das Jubiläumsjahr begleitet die SDS mit verschiedenen Anlässen, die Einblicke in ihre vielfältige Arbeit mit Frauen aus dem islamischen Kulturkreis und ihren Familien geben. Auftakt ist die Ausstellung im Hebelsaal des Dreiländermuseums mit Bildern und Zeichnungen von Kindern, Jugendlichen und jungen Frauen. Die gezeigten Werke lassen erahnen, welche Bedrückungen und Ängste sie heimsuchen, sie erzählen aber auch von ihren Wünschen und Träumen.

Im Hebelsaal: Emil Bizer – Klassische Moderne im Markgräflerland

27. Oktober 2024 – 26. Januar 2025

Der Künstler Emil Bizer (1881-1957) zählt zweifellos zu den bedeutendsten der Region im Dreiländereck. Ab 1912 lebte er mit Unterbrechungen in Badenweiler und war zeitweise Vorsitzender der Künstlervereinigung „Badische Secession“. In seinen Ölgemälden wird auch sein grafisches Schaffen der 1920er Jahre erkennbar, aufgrund dessen er überregional bekannt, aber bald auch von den Nationalsozialisten ausgegrenzt wurde. In der Nachkriegszeit lehrte er, zusammen mit seinem Künstlerfreund, dem Lörracher Ehrenbürger Adolf Strübe, an der Kunstakademie Freiburg. Im Hebelsaal des Dreiländermuseums sind Leihgaben aus Privatbesitz und Neuerwerbungen für die Museumssammlung zu sehen.