Das Dreiländermuseum verfügt über zwei Bereiche für Wechselausstellungen. Im 1. OG finden auf 400 qm die großen Sonderausstellungen statt.
Im Hebelsaal im Erdgeschoss, wo auch Veranstaltungen stattfinden, werden kleinere Ausstellungen gezeigt, die kostenfrei besucht werden können.
Eine Ausstellung des Vereins Bildende Kunst Lörrach e.V.
Mit Arbeiten von Elisabeth Endres, Heike Jeschonnek, Emmanuel Henninger und Günter Pfeifer.
Der Verein Bildende Kunst Lörrach e.V. lädt in seiner Winter-Ausstellung im Dreiländermuseum dazu ein, sich mit dem Wesen der Zeichnung – der Komposition, die über das reine Abbilden hinaus in neue Ahnungs- und Bewusstseinswelten führen kann – auseinanderzusetzen. Unter dem Titel „Zeich(n)en“ zeigen Elisabeth Endres, Heike Jeschonnek, Emmanuel Henninger und Günter Pfeifer ihre Werke, die das Wesen der Zeichnung und ihre tiefere symbolische Bedeutung erforschen.
Bereits in den frühen Kulturen verschmolzen Zeichen und Zeichnungen mit spirituellen und existenziellen Bedeutungen. Vom ersten Ritzabdruck in der Steinzeit bis zur modernen Kunst reflektiert die Zeichnung stets weit mehr als das sichtbare Abbild. Sie öffnet Räume für Assoziationen, Deutungen und tiefere Bewusstseinswelten, in denen der reale Gegenstand zum Symbol für ein größeres, universelles Verständnis wird.
Die Ausstellung präsentiert Werke, die diesen Zauber des „Gleichzeitigen“ einfangen: Sie zeigen nicht nur die präzise Abbildung der Welt, sondern auch deren vielschichtige Deutungen. Die Zeichnung als Kunstform verweist auf mehr als nur das Sichtbare – sie öffnet einen Dialog zwischen der äußeren Realität und den inneren Welten des Betrachters.
Ausgehend von seinem Studium an der Großherzoglich Badischen Kunstschule Karlsruhe erarbeitete sich Hermann Daur (1870-1925) einen eigenen, charakteristischen Stil. Dazu trugen seine Studienreisen in die weite Landschaft Norddeutschlands ebenso bei, wie sein Aufenthalt in der Malschule Neu-Dachau unter Adolf Hölzel, mit dessen Lehre sich eine Harmonisierung der Naturfarben und eine Vereinfachung der Naturformen verband. In Folge gab Daur seine Motive vermehrt in einer großzügigen, auf Details verzichtenden Malweise wieder – Bildauffassungen in Anlehnung an Symbolismus und Jugendstil traten hervor.
Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Landschaften innerhalb seines Schaffens, die in ihrer Reduktion außerordentlich modern wirken – insbesondere, wenn Daur mit pastos wirkenden Pinselzügen das Geologische zurücktreten lässt zugunsten des rein aus der Farbe heraus entwickelten Bildraums. Diesbezüglich spannt sich in seiner recht kurzen künstlerischen Schaffensperiode ein eindrucksvoller Bogen, der in der Ausstellung sichtbar gemacht wird und die Aktualität seiner Bilder hervorhebt.
Nach seinem frühen Tod 1925 konnte das damalige Heimatmuseum Lörrach den künstlerischen Nachlass mit Unterstützung aus der ganzen Region erwerben.
Zum 100. Todestag zeigen Museen in Ötlingen, Weil am Rhein, Müllheim i.M., Kandern und Lörrach Ausstellungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und bieten vielseitige Veranstaltungen durch das gesamte Jahr 2025 hindurch.
Manfred Weil (1920–2015) stammte aus einer jüdischen Familie aus Breisach und Eichstetten. Er überlebte den Holocaust und ließ sich nach dem Krieg in Bonn nieder. Nach dem Studium an den Kölner Werkschulen war er als Maler, Grafiker und Lehrer tätig.
Sein grafisches und malerisches Werk zeichnet sich durch eine beeindruckende Vielfalt aus: von politischen Karikaturen und biblischen Motiven über Gebrauchsgrafik in den frühen Jahren bis hin zu Porträts, Stillleben und Landschaften. Trotz oder gerade wegen seiner schweren Erfahrungen der Verfolgung und Flucht, war Manfred Weil entschlossen, in seiner Kunst besonders die schönen Seiten des Lebens widerzuspiegeln: „Man kann sich doch nicht immer zerknirschen, ich hab‘ ja einen ausgeprägten Lebenswillen!“ so sagt er am Ende des Kinofilmes, in dem er seine Geschichte des Überlebens in der Zeit der Schoah erzählt.
In Lörrach ist eine Auswahl seiner Arbeiten zu sehen, die sowohl sein künstlerisches Talent als auch sein bewegtes Leben dokumentiert.
Anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar 2026 zeigt das Dreiländermuseum im Hebelsaal die Ausstellung „Manfred Weil: Leben!“ als Kooperation mit dem Burghof Lörrach.
Eintritt frei.
Bereits seit 2013 findet im Dreiländermuseum jährlich das inklusive Kunstprojekt ‘Inspiration‘ statt. Nun zum 12 – und letzten Mal in dieser Form – setzen sich Menschen mit Beeinträchtigung aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz mit Kunstwerken aus der Lörracher Museumssammlung auseinander. Die Originale werden für sie zu Inspirationsquellen, um selbst künstlerisch tätig zu werden. Inspiration 12 widmet sich der Tierwelt: fabelhaft, mythisch, zahm oder wild, exotisch oder heimisch. Ein Dutzend Gemälde ist ausgewählt, um die Teilnehmenden zu inspirieren. In der daraus resultierenden Ausstellung entsteht ein lebendiger Dialog zwischen den Werken aus dem Sammlungsbestand, den Neuschöpfungen, den Kreativen und den Betrachtenden.
Ausgabe 12 wandert zum Abschluss der Reihe nun auch vom Hebelsaal in die große Sonderausstellungsfläche des Dreiländermuseums im 1. Obergeschoss, wo mehr Werke in großzügigerem Rahmen präsentiert werden. Begleitet wird die große Sonderausstellung von einem attraktiven Rahmenprogramm.
Inspiration 12 ist dieses Jahr großzügig unterstützt
Die Ausstellung zeigt die Entwicklung von Graffiti und Street Art im Dreiländereck.
Lörrachs „Open Bridge“ unter der Autobahnbrücke im Grütt-Park bietet seit 2010 eine legale Plattform für Graffiti-Kunst. Ausgehend von dieser lebendigen Szene dokumentiert der Fotograf Martin Schulte-Kellinghaus mit ausgewählten Bildern die Entwicklung der Kunstform – von den frühen 1980er Jahren bis zu den heutigen Murals und urbanen Projekten.
Die Ausstellung thematisiert, wie Graffiti vom illegalen Akt zu einer anerkannten Kunstform wurde und gibt einen Einblick in die verschiedenen Facetten dieser Kunst: von den ersten Graffitis in Zürich und Basel bis zu aktuellen Projekten von Mannheim über Mulhouse bis Lörrach. Dabei werden auch die Wurzeln der modernen Graffiti-Kultur in den USA sichtbar – im Zentrum steht jedoch ihre Entfaltung in der Dreiländerregion am Oberrhein seit den frühen 1980er Jahren.
Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Führungen, Vorträgen, Spray-Workshops und interaktiven Aktionen lädt die Besucher ein, die Kunstform selbst zu entdecken.